Praxis für philosophische Lebensberatung und Lebenskunst

Individuelle Beratung bei existenziellen Fragen

Der moderne, auf sich selbst gestellte Mensch ist mit seinen existenziellen Sorgen oft allein.

Das Prinzip der Gemeinde und des ihm zugeteilten Seelsorgers hat er in der Regel zugunsten seiner Mündigkeit hinter sich gelassen. Er ist nur noch selten in festen Milieus verankert und dogmatischen Weltanschauungen oder Ideologien hängt er immer weniger an.

Das ist keine schlechte Lebensweise.

Doch ohne diese Prägungen zu leben, seine Identität selbstständig zu formen und mit allem Existenziellen allein fertig werden zu müssen, ist eine Zumutung, die nicht selten in die Frustration und ins Unbehagen an der westlichen Kultur führt.

Hier greift mein Angebot einer philosophischen Beratungspraxis.

In dem Maße, in dem wir modernen Menschen unsere Identitäten, unsere Handlungsanweisungen und unsere Weisheit nicht mehr von der Tradition oder der Religion übernehmen, sind wir zunehmend für uns selbst verantwortlich. Was in den Anfängen der Moderne noch ausschließlich positiv besetzte Befreiung der Individuen von vormodernen Traditionen und Unfreiheiten bedeutete, ist heute zur anstrengenden Alltagsarbeit geworden, der man sich kaum entziehen kann.

Die individuelle Verantwortlichkeit für unser Sein entspricht von unserer evolutionären Entwicklung her nicht unbedingt unseren Bedürfnissen. Wir sind mehr auf das Aufgehen in einer Gruppe ausgerichtet, die uns das Gute und das Böse vorgibt und uns zu großen Teilen von individueller Wahrheitsfindung und individuellen Entscheidungen entlastet. Das Leben in der Mündigkeit, wie sie die Aufklärung propagiert, hat sich noch kaum in unserem Bedürfnissystem niedergeschlagen.

In der Regel beginnt man die Verantwortung der Mündigkeit in existenziellen Krisen oder in Situationen von echtem Ernst zu spüren. Dann, wenn man entdeckt, dass die gängigen Definitionen und Klischees für die eigene Persönlichkeit und auf die eigene Situation nicht passen und man sich folglich selbst orientieren und seine Haltung zu den Problemen, denen man sich gegenüber sieht, finden muss. Der modern lebende Mensch ist hinsichtlich der mitfühlenden, kundigen Beratung und Betreuung in solchen Situationen eindeutig unterversorgt. Es ist nicht gut, wenn man alle diese Dinge nur mit sich allein abmacht. Daraus folgt meist nur die Verdrängung.

Aufklärung und Wissenschaft befreiten uns nicht vor der Verlegenheit in wichtigen Fragen der Lebensführung Lebenskunst betreiben zu müssen. Es gibt bis auf Weiteres keine wissenschaftlich abgesicherte Lebenskunst. Wir gleichen, sofern wir uns im täglichen Leben den Herausforderungen verschiedener Lebensmöglichkeiten gegenüber sehen und uns zwischen ihnen entscheiden müssen, eher wettenden Spielern in nur vager Kenntnis des Spiels, als Leuten, die wissen was sie tun. Lebenskunst ist eine Fertigkeit von der man nie sicher sein kann, dass man sie wirklich beherrscht, weil ihr Ergebnis von zu vielen uns unbekannten Parametern abhängt und zudem von unserer Interpretation der Wirklichkeit.

Lebenskunst wird dann bewusst und philosophisch, wenn man versucht seine Erfahrungen zu systematisieren und wenn man diese Erfahrungen bis an seinen innersten Kern heran lässt. Des Weiteren darf man nicht nur räsonieren, sondern muss seine Erfahrungen auch praktisch umzusetzen suchen. Was nicht leicht ist in einer Welt, in der der Einzelne nur sehr wenig über den großen Gang der Dinge mit entscheidet.

Die philosophische Lebenskunst vieler Kulturen ist sich dieses Dilemmas bewusst und erhält die Fiktion einer Autonomie des Einzelnen mit differenzierten Abstrichen trotzdem aufrecht. Mit guten Gründen übrigens.

Als Antwort auf diese Verlegenheit entstanden in der Antike die Disziplinen der Ethik und der praktischen Philosophie.

Das ist der eine Grund, warum ich meine Praxis »Praxis für philosophische Lebensberatung und Lebenskunst « genannt habe und die dazugehörige Internetseite „philosophische-lebenskunst.de“ heißt.

Der andere Grund ist, dass philosophische Lebenskunst ohne ein Miteinander nicht funktioniert. Wahrheit und Wahrhaftigkeit sind auch in der „polyperspektivisch zerborstenen Welt“ (Peter Sloterdijk) nicht nur Sache des Einzelnen. Wir müssen uns gegenseitig helfen sie zu finden und uns dabei mit gutem Willen, offenem Herzen und gebildeter Geistesgegenwart zur Seite stehen. Deswegen auch Beratung, denn hier beraten wir uns und nicht nur ich Sie.

Eines ist mir noch wichtig, denn ich betreibe diese Praxis mitten in Deutschland: Nicht immer ist alles Existenzielle nur schwarz und grau und schwer zu ertragen. Die weise Lebensführung, in die philosophische Lebenskunst mündet, weist in vielen Kulturen starke Merkmale von Humor, Ironie und der Kunst des Leichtnehmens des Unvermeidlichen unserer Existenz auf. Hier gilt es einiges zu Lernen.

Doch auch für die dunklen und die schweren Seiten der conditio humana ist in meiner Philosophischen Praxis Platz. Wir werden früher oder später doch mit diesen Seiten konfrontiert und da ist es klug, sich bereits vor dem unvermeidlichen Ernstfall mit ihnen zu befassen.

Für beide Seiten der conditio humana biete ich zunächst individuelle Beratung und Begleitung an und im weiteren Verlauf bei Interesse auch Seminare.

Ob Sie an einem Seminar zu einem von mir angebotenen Thema teilnehmen wollen oder ob Sie eine individuelle Beratung oder Begleitung zu etwas wollen, das Sie bewegt, entscheiden Sie.

Ich bin Magister Artium der Philosophie und stehe in der Tradition einer wissenschaftsbewussten und kulturoffenen aber auch einer kulturkritischen Philosophie der Aufklärung.

Kontaktieren Sie mich am besten per E-Mail oder über Telefon (siehe Impressums-Daten) und schildern Sie mir kurz Ihr Anliegen.

Dann reden wir darüber.